Quantum AGF


Ein Blick hinter die Kulissen von Amazon, Google (Alphabet) und Facebook

BACHELORARBEIT

Quantum AGF

Ein Blick hinter die Kulissen von Amazon, Google (Alphabet) und Facebook


„Die Maschine summt! Wusstest du das? Sie summt sogar in unserem Blut, bestimmt vielleicht unser Denken. Wer weiß das schon!“

E. M. Forster | Die Maschine steht still *1928

Das Internet ist aus vieler Leben nicht mehr wegzudenken und wird in Zukunft eine immer größere Rolle in unserem Alltag spielen. Dabei konzentrieren sich die Angebote zunehmen auf wenige Unternehmen, darunter Amazon, Alphabet mit Google und Facebook. Für mich ein Anlass, diesen Teil der Akteure und deren Einfluss im Internet näher unter die Lupe zunehmen.

Entstanden ist eine Arbeit, welche zunächst sichtbar macht, was sich hinter den drei Konzernen Amazon, Google (Alphabet) und Facebook verbirgt. Welche Firmen ordnen sich den Mutterkonzernen unter, welche Projekte werden verfolgt und welche Firmen und Star-Ups haben sich die drei im laufe der Jahre geschnappt.

Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile:

1. Informationsgrafik 001
Vermittlung der Übersicht, Vielfalt und Komplexität. Dabei steht die Informationsübermittlung einzelner Punkte nicht im Vordergrund, sondern dient dem Gesamteindruck.

2. Nachschlagewerk 002
Um dem Betrachter die Chance zu geben, sich mit einzelnen Punkten tiefer auseinander zu setzten, sind umfangreiche Informationen zu jedem der 503 Punkte in einem Nachschlagewerk  zu  finden. Dieses funktioniert unabhängig wie auch in Kombination mit der Grafik.

Der primäre Teil der Arbeit ist ein 1,5 x 4,5 m großes Plakat. Das Plakat dient zur Übersicht aller Punkte, welche während der Bearbeitungszeit recherchiert wurden.Zu sehen ist eine chronologische Anordnung der Punkte, welche in den fünft Kategorien aufgeteilt wurden:

   1. Gründung
   2. Kauf
   3. Dienst
   4. Projekt
   5. Tochter

Die Kategorien sind durch farbliche Kodierung voneinander getrennt. Die einzelnen Punkte sind dabei mit einer fortlaufenden Ordnungszahl versehen. Diese dient dem Betrachter dazu, nähere Informationen über jeden einzelnen Punkt möglichst einfach im beiliegenden Nachschlagewerk nach zu schlagen (sehe 002 Nachschlagewerk). 

Während auf der Informationsgrafik zu den einzelnen Punkten kurze Basisinformationen zu finden sind, stehen im Nachschlagewerk wesentlich umfangreichere Informationen zu allen Punkten. Dabei hilft die Kodierung von Farbe und Ordnungszahl, schnell den gewünschten Punkt im Nachschlagewerk zu finden. 

Da das Thema sehr aktuell ist und sich somit in kurzer Zeit viel entwickeln kann, ist das Buch selbst modular aufgebaut. Es besteht aus drei Heften, ergänzt durch einen alphabetisch angeordneten Index. Die Hefte sortieren sich dabei in je eins pro Unternehmen – beginnend mit Amazon, dann Alphabet und Facebook – und sind unabhängig voneinander erweiterbar. Die Seitenzahl, auf welche sich der Index bezieht, ist für jedes Heft einzeln angelegt und bedienen sich der Kürzel a, g und f.

Die Bindung des Buches ist durch eine Klammerbindung gelöst, welche das Öffnen und Erweitern des Buches ermöglicht. 

2018 werden etwa 3,9 Milliarden Menschen das Internet nutzen, Tendenz steigend. Weltweit sind das etwa 51% der Bevölkerung. Während in den USA fast 90% das Internet nutzen, sind es in Europa ca. 80%. Diese enorme Bedeutung des Internets ist für mich Anlass, einen Teil der Internetgiganten und deren Einfluss  näher unter die Lupe zunehmen. Im Internet, welches seinen Anfang 1989 unter Tim Bernders-Lee hatte und seither als freies, offenes Netz konzipiert war und als Medium für Demokratie und Freiheit galt, entwickelten sich jedoch innerhalb kürzester Zeit Monopolstrukturen, welche wenigen privaten Konzernen, darunter Amazon, Google und Facebook, eine enorme Macht verliehen haben. Über diese wenigen Konzerne wickeln wir in der westlichen Welt nahezu jede Form der Kommunikation ab. Der Anteil an Informationsgrundlage und Konsum, welchen wir über das Internet tätigen, wächst dabei täglich.

Seit den Veröffentlichungen vom Edward Snowden 2013 wissen wir, dass all die Informationen, welche wir über uns im Netz preisgeben, im großen Stil gesammelt und analysiert werden. Neben einer permanent möglichen Überwachung durch staatliche Einrichtungen, mit welchen gegen demokratische Grundrechte wie der freien Entfaltung der Persönlichkeit verstoßen wird, nutzt u.a. Google unsere Daten auch, um durch mathematische Verfahren und psychologische Auswertungen das Internet als unsere Informationsbasis massiv zu beeinflussen – Beispiel "Filterblasen" oder die vergangenen Skandale um Cambridge Analytica und die Trump-Wahl oder die Abstimmung zum Brexit. Und egal ob Überwachung oder Beeinflussung, all das passiert hinter verschlossenen Türen und begegnet uns im Alltag als scheinbar gewinnbringende Technologien in Form von Geräten, Applikationen, Internetplattformen usw.

Die fehlende Transparenz fängt meines Erachtens bereits dort an, dass kaum ein Mensch, welcher sich nicht aus Gründen der Arbeit oder Freizeit mit der IT-Branche auseinandersetzt, weiß, wie weit sich der Einfluss von Konzernen wie Amazon oder Facebook ausdehnt. Und selbst wenn man es erfahren möchte, so habe ich am eigenen Leib erfahren, welcher enorme Zeit- und Rechercheaufwand damit verbunden ist. Und um den Interessierten diesen mühsamen Aufwand zu ersparen, möchte ich hier mit meiner Arbeit die Zusammenhänge beleuchten. Ihnen zeigen, was alles hinter den Namen der drei Konzerne Amazon, Alphabet und Facebook steckt und wie sich die Konzerne zu den digitalen Monopolen von heute entwickelt haben.

Wie bereits angesprochen, ist es eine sehr mühsame und zeitraubende Arbeit heraus zu finden, welche Firmen und Start-Ups von wem gekauft werden, welche Projekte und Ziele verfolgt werden und wer mit wem unter welchem Hut steckt. Meine Arbeit kann jedoch trotz Monate langer Recherche nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erfüllen. Was ich in den letzten Wochen auf alle Fälle gemerkt habe ist, dass die Firmen nicht die Öffentlichkeit suchen, wenn mal wieder eine Übernahme bevor steht oder neue Pläne geschmiedet werden. Am liebsten, so habe ich den Eindruck gewonnen, passiert alles weiter hinter verschlossenen Türen. Dass das Vorgehen auch in anderen Zweigen der Industrie im gleichem Maße oder noch stärker vonstatten geht, ist den meisten auch bekannt, jedoch finde ich, müssen wegen der Bedeutung des Internets und täglich wachsenden Kontaktpunkten zwischen den Firmen und uns als Konsumenten diese Aktivitäten wesentlich transparenter werden. 

Das Internet gehört heute in vielen Ländern und Kulturen zu einem absoluten Standard und wird uns in den nächsten Jahren vermutlich immer mehr umgeben. Aus dem Internet beziehen wir mehr und mehr Informationen, wickeln Transaktionen ab, buchen Urlaube, kommunizieren mit Freunden und Familien, bestellen Waren, speichern Fotos auf Onlinespeichern und fangen sogar an, digitale Währungen wie Bitcoin zu schürfen. In einer Welt, in welcher sich das Leben der Menschen vermehrt im Internet abspielt, sind die genannten Monopolstellungen und die damit einhergehenden Überwachungs- und Manipulationsmöglichkeiten meiner Meinung nach nicht zu vereinbaren. Vor allem vor dem Hintergrund, das kein normaler Mensch etwas von all dem mitbekommt. Deswegen finde ich, haben wir Internetnutzer/Konsumenten einen Anspruch darauf, dass diese Aktivitäten offengelegt werden und auch diejenigen, die über keine besonderen fachlichen Kenntnisse verfügen, sich informieren können und sich eine Meinung bilden können. Diese Transparenz halte ich für wesentlich und ich hoffe, hiermit einen Beitrag dazu zu leisten.

Bachelorarbeit
Erstprüfer: Prof. Carl Frech
Zweitprüfer: Dr. phil. Christian Bauer

Wintersemester 2017/18
Hochschule für angewandte Wissenschaften
Würzburg-Schweinfurt
Fakultät Gestaltung